Seele und Ego

Kennst du diesen inneren Dialog?

Ständig sprechen wir mit uns selbst und sind mit unseren Gedanken entweder in der Ver-gangenheit oder in der Zukunft. Wir überlegen: Was müssen wir noch alles tun und wie bringen wir es unter einen Hut?

Unsere Gedanken steuern unser Handlungen und bestimmen: "wie wir uns fühlen". Wir folgen erlernten Programmen und nehmen unser intuitives Wesen; unsere Seele kaum noch wahr.

Was ist passiert?

Ein Gespräch: Das kleine Ich "Ego" und das große Ich "Seele"

 

Seele und Ego bilden eine Einheit

Wenn die Seele in diese Welt hineingeboren wird, lernt sie einen Begleiter kennen, nämlich das „Kleine Ich“-Ego. Zunächst freunden die beiden sich vorsichtig an und klären Ihre...

Zusammenarbeit:

Das Ego wird für die Wahrnehmung via Sinnesorgane zuständig sein und nutzt die neuro-physiologischen Strukturen des Körpers; während die Seele eine eigene Wahrnehmung be-sitzt, die allerdings außerhalb der sogenannten fünf Sinneskanäle operiert.

Die Seele ist eins mit sich und der Welt

Im Optimalfall kann die Seele die Augen, Ohren usw. des Ego mitbenutzen, während sie dem Part-ner ihre speziellen Wahrnehmungen ebenfalls zu-gänglich macht.

Außerdem ist das „Kleine Ich“ zuständig für den Verstand, sowie für alle normalen Gefühle mit physiologischer Basis, von denen die Wissen-schaftler sagen, sie entstehen durch neuronale und hormonelle Prozesse.

Die Seele hingegen ist für die „Intelligenz des Herzens“ zuständig, d. h. für die bedingungslose Liebe; dazu gehört auch: wirklich verzeihen können.

 

Wenn die freundliche Kooperation von Seele und Ego klappt, dann entsteht in die-sem Körper eine analytisch wie kreativ fähige “Persönlichkeit“, die ein erfülltes, er-folgreiches und glückliches Leben führen kann.

Es beginnen die ersten Störungen!

Soweit die Theorie. In der Praxis wird jedoch die anfängliche gute Zusammenarbeit bald getrübt. Die Seele merkt nämlich nach einer Weile, dass zunehmend Störfaktoren erschei-nen. Diese Fremdkörper behindern das FREIE Ausströmen der bedingungslosen Liebe.

Was sind das für Dinger?

...fragt die Seele.
Das Ego sagt: „Das sind Programme und Blockaden.“
„Programme?“ fragt die Seele verwundert, „wie meinst du das?“

„Na ja, ich muss uns beide ja da draußen in der Welt vertreten, und dort gelten bestimmte Spielregeln, wie man sich verhalten muss, wenn man von anderen akzeptiert werden will. Jede Spielregel wird mir so lange einprogrammiert, bis ich sie kapiert habe. Jedes Pro-gramm ergibt eine Latte in diesem Lattenzaun," erklärt das Ego.

Seele wird durch Lehren und Verhaltensrgeln blockiert

„Kannst du mir ein Beispiel geben?“, will die Seele wissen.

„Klar! Also, wenn einer der großen Leute mit dir reden will, dann darfst du nicht etwa weiterspielen, du darfst auch keine Sache beenden, weil große Leute nie auf Kinder warten.

Du musst immer sofort verfügbar sein und ernst und aufmerksam schauen. Das ist so eine Spielregel; und wenn ich die nicht einhalte, dann liebt man uns nicht, verstehst du?“

„Ah!“, sagt die Seele, „und wie lautet die Spielregel genau?“

„Wenn du klein bist, darfst du große Leute nicht unterbrechen, wenn sie mit etwas beschäf-tigt sind. Nur umgekehrt.“

„Und die Blockaden?“
„Das sind die Querbalken. Die sollen dafür sorgen, dass dein Licht nicht in Bereiche vor-dringt, wo es nicht gewünscht wird," erwidert das Ego.

Bedingungslose Liebe

„Wie könnte bedingungslose Liebe irgendwo unerwünscht sein?“ wundert sich die Seele. „Na ja“ erklärt das Ego, „ leider ist das weit häufiger der Fall, als du denkst. Wenn ich z. B. etwas angestellt habe, was den großen Leuten nicht passt, dann erwarten sie jetzt, dass ich zerknirscht reagiere.

Sie wollen Schuldgefühle von uns, aber keine bedingungslose Liebe. Das würde sie völlig aus dem Tritt bringen, wenn sie gerade so schön am Schimpfen sind. Das leuchtet dir doch sicher ein, oder?“

Da es in der Natur der bedingungslosen Liebe liegt, nichts "schlecht" oder "falsch" zu finden; das ist schließlich die Rolle, für die das "Kleine Ich" durch die Umwelt erzogen wird! Akzeptiert sie diese und alle nachfolgenden Erklärungen des Ego.

Bis zum Beispiel eines Tages...

"Ich bin geschäftlich sehr erfolgreich. Stell dir ein Meeting vor: Lauter hartgesottene Ge-schäftsleute sitzen zusammen; es geht um Geld und Konditonen. Da brauche ich alle mei-ne Fähigkeiten; um sicherzustellen, dass niemand mich betrügt.

Die Menschen sind ja so schlecht und wenn du nicht furchtbar aufpasst... Na ja, da kann ich weiß Gott keine bedingunglos-liebevolle Blicke brauchen, die würden das sofort ausnutzen..."

Seele ist gefangen

Das Ego"das KLEINE ICH" hat das Sagen!

Die Seele versucht zwar dem „Kleinen Ich“ den Unterschied zwischen Stärke durch Liebe und scheinbarer Stärke durch Härte zu erläutern, aber sie spricht sehr leise.

Das Ego hat sich inzwischen einen ziemlich lauten Monolog angewöhnt, der endlos erklärt und rechtfertigt.

Und so entstehen im Laufe der Zeit mehr und mehr Latten, und die Querbalken werden dicker und dicker, sodass es eines Tages kaum noch Zwischenräume gibt.
Nun wird aus dem Lattenzaun eine Art „Mauer“, und so wird der Wohnort der Seele zum Gefängnis.
Sie kann noch alles wahrnehmen, aber die „Mauer“ blockiert das Aussenden der be-dingungslosen Liebe.

Diese gleicht einem wunderbaren weißen Licht, welches eingekerkert innerhalb der „Mauer“ so hell wie eh und je scheint, aber es dringt nur wenig „durch kleine Ritze“ nach außen...


Metapher vom Lattenzaun